Pflegeversicherung

Ob durch Unfälle, Alter oder Krankheit, viele Deutsche

machen sich Gedanken wie sie später einmal gepflegt werden sollen.

Einzelheiten zur Pflegeversicherung

Wozu brauche ich eine private Pflegeversicherung?

Die Pflegeversicherung bzw. Pflegezusatzversicherung sichert Sie für den Fall ab, dass Sie nicht mehr ohne Hilfe den Alltag bewerkstelligen können. Man spricht auch von „erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz“. Der Gesetzgeber definiert es wie folgt:

Pflegebedürftig (…) sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, und mit mindestens der in § 15 festgelegten Schwere bestehen.

Wichtig: Es geht um Dinge des Alltags, Dinge die jeder von uns jeden Tag oder fast jeden Tag erledigen muss – die Arbeit fällt nicht darunter! Wenn man also nicht mehr in der Lage ist sich selber sein Essen zuzubereiten, es zu essen, sich selber anzuziehen oder der Hygiene nachzugehen, ist man Pflegebedürftig.   Eine Pflegeversicherung zahlt bei Pflegebedürftigkeit einen vorher verabredeten Beitrag monatlich aus. Die Höhe entspricht in der Regel dem Pflegegrad (1-5), in den man eingestuft wird.
Achtung: Hüten Sie sich vor Versicherungen, die nur eine Leistung für die Pflegegrade 4-5 vorsehen. Wenn man sich die Zahlen ganz nüchtern ansieht, stellt man nämlich fest, dass man im Schnitt nicht sehr lange in diesen hohen Stufen verweilt. Stellen Sie also sicher, dass Sie bereits ab Pflegegrad 1 eine Leistung erhalten – dies ist nämlich bereits „erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz“, danach wird es eben nur „noch erheblicher“.

Wer kann sich Pflegezusatzversichern und bin ich nicht ohnehin schon Pflichtversichert?

Eigentlich kann sich jeder zusatzversichern, egal ob privat oder gesetzlich krankenversichert – die Tarife sind in jedem Fall dieselben. Problematisch kann es nur bei der Gesundheitsprüfung werden. Gesundheitsprüfung klingt erstmal anstrengend und nach Arztbesuchen, aber es bleibt meistens bei einem Fragebogen, den man eben ausfüllen muss. Die meisten informieren sich leider erst über die Pflegezusatzversicherung, wenn die ersten „Wehwehchen“ schon eingesetzt haben. So sind beispielsweise Volkskrankheiten wie Arthrose oder Bluthochdruck für viele Versicherer ein Grund für eine Absage. Ganz davon abgesehen, dass, je später man anfängt, die Beiträge auch deutlich höher sind.

 

Pflichtversichert sind wir ja alle, der Privatversicherte wie der gesetzlich Versicherte. Die Leistung sieht nur bei beiden gleich aus. Je nachdem ob man sich häuslich oder stationär pflegen lässt, bekommt man etwas mehr oder etwas weniger. Dabei schwanken die Beträge der Leistung zwischen 316€ und 2005€.

 

Wenn man sich durchschnittliche Kosten von Pflegeeinrichtungen anschaut, fehlen ca. 1500€, für die man dann monatlich selber aufkommen muss (Achtung, das ist ein Durchschnitt! Ein Pflegeheim mit Ausblick auf den Starnberger See kostet „ein wenig“ mehr als eines mit Ausblick auf nichts).
Und damit hat man dann nur das Minimum. Denn bestimmte Leistungen muss man dazu buchen, so ist es in Pflegeheimen keine Selbstverständlichkeit, dass man jeden Tag geduscht wird – das ist eine Zusatzleistung die Arbeitskraft und somit Geld kostet.

Außerdem ist man, nur weil man pflegebedürftig ist, oftmals ja nicht ans Bett gefesselt. In niedrigeren Pflegegraden kann man ja durchaus noch etwas im Alltag tun, nur eben nicht mehr alles bzw. selbstständig. Das Leben ist ja noch nicht vorbei, man möchte also noch ins Fußballstadion, ins Kino, ins Restaurant gehen oder andere Dinge tun. Manche Einrichtungen bieten solche Dienste an und helfen dabei.

Welche Leistungen bietet eine Pflegezusatzversicherung?

Das liegt ganz bei Ihnen! Je nachdem wie hoch Sie Ihre Absicherung haben möchten – allerdings haben manche Versicherer eine Höchstleistung vorgesehen. Die Leistung ist letzten Endes immer eine Eurosumme, die monatlich fällig wird, sobald ein Pflegegrad festgestellt wurde. Bei einem solch immens wichtigen Produkt sollten Sie den Abschluss nicht auf die Schnelle online erledigen – lassen Sie sich lieber etwas Zeit und lassen Sie sich beraten.

 

Schieben Sie es aber auch nicht auf die lange Bank. Für die Krankenversicherer werden wir alle zum 01.01. jeden Jahres ein Jahr älter und somit steigen die Beiträge ein wenig. Außerdem wird man üblicherweise, wenn man älter wird, auch nicht gesünder und das macht dann die Gesundheitsprüfung zu einem größeren Hindernis als es sein muss.